Bevor es MEALDROP gab – eine Idee, die zehn Jahre zurückreicht

LAST MILE – DIE KOLUMNE | TEIL 1

MEALDROP ist ein junges Projekt. Die Geschichte dahinter ist es nicht.

Viele der Gedanken, die heute in MEALDROP stecken, beschäftigen mich schon seit mehr als zehn Jahren: Wie kann man Essen einfacher produzieren und ausliefern? Wie lassen sich bestehende Abläufe verändern? Und wie kann Technologie dabei helfen, Gastronomie und Delivery neu zu denken?

Die erste große Antwort darauf hieß damals nicht MEALDROP.

Sie hieß Nerdys Pizza.

01

Pizza neu gedacht

Die Idee entstand zu einer Zeit, in der der heutige Delivery-Markt noch ganz anders aussah. Lieferdienste funktionierten im Grunde immer nach demselben Prinzip: Das Essen wird in einem Restaurant zubereitet, verpackt und anschließend zum Kunden gefahren.

Ich wollte diesen Ablauf verändern.

Die Pizza sollte nicht einfach fertig gebacken auf ihre Auslieferung warten. Meine Idee war, einen Teil der Zubereitung in die Auslieferung zu verlagern – mit einem speziell entwickelten Fahrzeug, in dem die Pizza auf dem Weg zum Kunden fertiggestellt werden konnte.

Der Gedanke dahinter war einfach: Wenn ein Produkt während der Fahrt zubereitet werden kann, werden Produktion und letzte Meile plötzlich zu einem gemeinsamen Prozess.

Heute würde man wahrscheinlich von Food-Tech sprechen.
Damals war es vor allem eine ziemlich verrückte Idee.
02

Aus einer Idee wurde ein Fahrzeugkonzept

Aus den ersten Überlegungen entstand schließlich der Qube – ein Fahrzeugkonzept mit Pizzaöfen, eigener Technik und GPS-Unterstützung.

Es ging nicht darum, einfach einen Pizzaofen in ein Auto zu stellen. Die Herausforderung bestand darin, ein System zu entwickeln, bei dem Fahrzeug, Energieversorgung, Zubereitung, Verpackung und Auslieferung zusammenspielen.

Wir beschäftigten uns mit Elektroantrieb, Energieversorgung und Kühlung. Selbst für die Verpackung entstanden eigene Ansätze.

Das Projekt bekam Aufmerksamkeit, erschien in der Presse und führte zu Gesprächen mit Unternehmen und möglichen Partnern.

Für einen Moment sah es tatsächlich so aus, als könnte aus dieser ungewöhnlichen Idee ein völlig neues Delivery-System entstehen.

03

Eine gute Idee reicht manchmal nicht

Am Ende zeigte das Projekt aber auch etwas, das ich in den folgenden Jahren immer wieder lernen sollte:

Eine Idee kann funktionieren – und trotzdem zum falschen Zeitpunkt kommen.

Die technischen Anforderungen waren hoch. Energie im Fahrzeug war ein wesentliches Problem. Gleichzeitig musste das gesamte System wirtschaftlich funktionieren.

Gerade im deutschen Markt waren die Spielräume begrenzt. Ein aufwendiges technisches System muss sich am Ende über das verkaufte Produkt finanzieren können.

Nerdys Pizza wurde deshalb nicht zu dem großen Delivery-System, das ursprünglich geplant war.

Aber die Idee dahinter verschwand nie ganz.

04

Was davon geblieben ist

Rückblickend war Nerdys für mich weniger das Ende eines Projekts als der Beginn einer bestimmten Art, über Food nachzudenken.

Nicht zuerst: „Welches Restaurant wollen wir eröffnen?“
Sondern: „Wie können wir den Prozess verändern?“

Welche Schritte sind wirklich notwendig? Welche lassen sich standardisieren? Was kann vorbereitet werden? Welche Infrastruktur ist bereits vorhanden? Und wie bekommt man ein Konzept so einfach, dass es an vielen unterschiedlichen Orten funktionieren kann?

Genau diese Fragen tauchten Jahre später wieder auf.

Nur die Antwort darauf war eine andere.

Nicht mehr ein hochkomplexes Fahrzeug, das selbst zur Küche wird.

Sondern vorhandene Standorte, die mit einem möglichst einfachen System neue Produkte anbieten können.

05

Zehn Jahre später

Aus Kiosken, Tankstellen, Bäckereien, Studios und anderen bestehenden Verkaufsflächen können neue kleine Food- und Getränkestandorte entstehen – ohne daraus klassische Restaurants machen zu müssen.

Genau hier beginnt die Geschichte von MEALDROP.

Viele Dinge sind heute anders als bei Nerdys Pizza. Das Geschäftsmodell ist ein anderes. Die Technik ist eine andere. Und auch der Ansatz ist wesentlich einfacher geworden.

Aber ein Gedanke ist geblieben:

Food nicht nur als Produkt zu betrachten, sondern als System.

In den nächsten Teilen von LAST MILE – Die Kolumne erzähle ich, was zwischen Nerdys Pizza und MEALDROP passiert ist, welche Ideen funktioniert haben, welche nicht – und warum daraus schließlich MEALDROP entstanden ist.

LAST MILE – DIE KOLUMNE FORTSETZUNG FOLGT.

Die Geschichte hinter MEALDROP: über Ideen, Umwege, Food, Delivery und die Erfahrungen aus mehr als zehn Jahren Entwicklung.

Nach oben scrollen